Kostenentwicklung 2011: erfreulich tiefe Teuerung
Die Kostensteigerung fiel in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Schweiz im Jahr 2011 erfreulich gering aus, während sie im Fürstentum Liechtenstein wieder stärker anstieg. Durch Rechnungskontrolle und Leistungsmanagement konnten CHF 234 Mio. gespart werden.
Obligatorische Krankenpflegeversicherung Schweiz
Die Kostensteigerung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung in der Schweiz ist 2011 sehr moderat ausgefallen. Insgesamt stiegen die Kosten der Grundversicherungsleistungen um CHF 12 Mio. (0.7 %) auf CHF 1.68 Mia. Diese sehr erfreuliche Entwicklung ist Folge verschiedener Faktoren: Die Arzttarife stiegen dank der wirksamen Tarifverträge zwischen Ärzten und Krankenversicherern nur wenig. Ebenfalls positiv war der Kostenverlauf bei den Medikamenten. Hier greifen die Massnahmen, die das Bundesamt für Gesundheit in Zusammenarbeit mit der pharmazeutischen Industrie und den Krankenversicherern getroffen hat.
Im Bereich des grössten Kostenblocks, der Spitalleistungen, zeigt sich die Entwicklung unterschiedlich. Während die Kosten bei den stationären Leistungen 2011 verglichen mit dem Vorjahr stabil blieben beziehungsweise sogar leicht rückläufig waren, sind die Leistungen pro versicherte Person im ambulanten Spitalbereich um 6.7 % gestiegen. Die Kosten für Behandlungen in Pflegeheimen sowie durch die Spitex blieben insgesamt ebenfalls stabil. Die neue Pflegefinanzierung konnte somit erfolgreich und bisher ohne negative Kostenfolgen für die Prämienzahlenden eingeführt werden.
Obligatorische Krankenpflegeversicherung Fürstentum Liechtenstein
Im Fürstentum Liechtenstein stiegen die Leistungskosten in der Grundversicherung gegenüber dem Vorjahr wieder stärker an: Die Gesamtkosten stiegen um 5.1 % auf total CHF 109 Mio. Hauptursache für das Wachstum der Kosten waren die Kostengruppen Arzt ambulant, Spital ambulant, übrige ambulante Leistungen inklusive Labor sowie Leistungen für Behandlungen in Pflegeheimen.
Zusatzversicherungen Schweiz und Liechtenstein
Die Kosten der Zusatzversicherungsprodukte für die Schweiz und für das Fürstentum Liechtenstein stiegen je nach Produkt unterschiedlich an. Bei den Produkten DIVERSA, NATURA und Zahnversicherung betrug das Kostenwachstum gesamthaft 2.2 %. Bei den Spitalversicherungsprodukten PE stiegen die Leistungskosten insgesamt um 4.2 %. Da gleichzeitig die Anzahl versicherter Personen in allen Produkten erfreulich wuchs, war die effektive Kostensteigerung pro versicherte Person in den Einzelprodukten mehrheitlich tiefer als die Gesamtwerte.

