Ernährung in verschiedenen Lebensphasen

Die optimale Ernährung von Menschen in verschiedenen Lebensphasen unterscheidet sich in Menge und Zusammensetzung.

Säuglinge und Kleinkinder
Eine optimale Ernährung in der ersten Lebenszeit ist nicht nur für das Wohlbefinden und Gedeihen des Säuglings von nachhaltiger Bedeutung, sondern auch im Hinblick auf die Gesundheit im späteren Leben. In den ersten 12 Lebens monaten eines Babys verdreifacht sich sein Körpergewicht und seine Körperlänge nimmt um 50 % zu. Wird das Kind gestillt, wird es nur so viel Nahrung trinken, wie es benötigt. Das angeborene Sättigungsgefühl reguliert das Gewicht. Die Muttermilch deckt alle Bedürfnisse des Babys und ist sehr gut verträglich. Bekommt es adaptierte Säuglingsmilch, so ist es wichtig, die richtige Dosierung einzuhalten. Ab dem
fünften bis siebten Lebensmonat reicht Milch alleine für den Energie- und Nährstoffbedarf des heranwachsenden Säuglings nicht mehr aus. Zwar bleibt die Mutter- und Säuglingsmilch zunächst noch Ernährungsbasis. Für den weiteren Aufbau der Muskulatur, für die Zähne, den Knochenbau und für die Zellentwicklung braucht das Kind zusätzliches Eiweiss, Eisen, Calcium und Vitamine. Die bekommt es als Brei mit Gemüse, Fleisch, Getreide und Obst. Das Kleinkind nimmt jetzt langsam am Familienessen teil. Die ersten Zähne müssen trainiert werden und die Breie werden nach und nach durch festere Nahrung ersetzt. Jetzt kann aber von aussen die biologische Regulation manipuliert werden. Eltern legen den Grundstein für die späteren Essgewohnheiten ihrer Sprösslinge. Kinder brauchen klare Regeln, um den Herausforderungen der modernen Überf lussgesellschaft gewachsen zu sein und ihren Verlockungen zu widerstehen. Ziel jeder Esserziehung muss daher sein, Kindern einen ganz individuellen und gesunden Umgang mit den Verlockungen der Lebensmittelindustrie zu lehren – ohne auf Genuss und Lebensfreude zu verzichten. 

Jugendliche und Heranwachsende
Heranwachsende haben den höchsten Energieverbrauch (2'400 – 3'000 kcal pro Tag). In dieser Lebensphase sucht die Jugend ihre Identität. Lifestylefaktoren wie Ernährung, Alkohol, Rauchen usw. spielen eine grosse
Rolle. Sie beeinf lussen sich auch gegenseitig: Wer zum Beispiel viel Alkohol trinkt, isst erfahrungsgemäss auch weniger ausgewogen als jemand, der wenig oder massvoll Alkohol trinkt. Wer viel Stress hat, isst auch anders als jemand, der sich regelmässig Auszeiten gönnt. Und wer viel Sport treibt, ernährt sich oftmals ausgewogener als derjenige, der sich nur wenig bewegt. In diesem Alter ist von Seiten der Eltern wichtig, nicht an dem Essverhalten der Kinder zu nörgeln, sondern das Verhalten zu beobachten und falls nötig das Gespräch zu suchen. Essstörungen sollten so früh wie möglich professionell angegangen werden. Die meisten Fast-Food-Kinder werden früher oder später auch Interesse an gesunder Ernährung bekommen. Nämlich spätestens dann, wenn sie Eigenverantwortung übernehmen müssen, also zum Beispiel bei Schwangerschaft oder Krankheit.

Erwachsene
Medizinisch gesehen beginnen wir schon früh zu altern, auch wenn wir uns in den besten Jahren fühlen. Welche 30-jährige Person ist sich schon bewusst, dass der Energiebedarf bei gleicher Grösse und gleicher Tätigkeit bereits um 10 % kleiner ist als noch mit 20 Jahren. So beklagen sich denn auch viele Leute im Alter von 30 Jahren und darüber über Gewichtsprobleme. Viele suchen die Ursachen zum Beispiel in einer vergangenen
Schwangerschaft, dem Aufgeben des Rauchens, der nicht erneuerten Turnverein-Mitgliedschaft, im Stress am Arbeitsplatz oder in der Familie usw. Wer also ab 30 seine Energiezufuhr nicht dem Verbrauch anpasst, kann so
langsam an Gewicht zunehmen, was sich dann ein paar Jahre später unangenehm zeigt. 

Von Kindesbeinen an haben Frauen und Männer unterschiedliche Vorlieben beim Essen. Männer mögen meistens mehr Fleisch- und Wurstportionen und belegen ihr Brot dicker als Frauen. Bier ist bei Männern das
beliebteste alkoholische Getränk. Frauen bevorzugen Obst und Gemüse. Physiologisch gesehen ist es sinnvoll, dass Frauen anders essen als Männer. Denn bedingt durch die geringere Muskelmasse haben Frauen einen niedrigeren Grundumsatz, sie verbrauchen also in Ruhe weniger Energie. Zudem sind sie meist kleiner und leichter. Unabhängig davon benötigen sie aber von den meisten Vitaminen und Mineralstoffen die gleiche Menge
wie Männer. 

Senioren
Mit steigendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit vieler Organe ab. Das schlägt sich auch in der Ernährung nieder: Appetit und Hungergefühl nehmen ab. Mangelnde Bewegung verringert zudem die Muskelmasse. Ein 75-Jähriger benötigt somit 25 Prozent weniger Energie als ein 25-Jähriger. Im Gegensatz dazu bleibt der Nährstoffbedarf weitgehend unverändert. Damit der Vitamin-, Mineralstoff- und Ballaststoffanteil in der Ernährung nicht zu knapp wird, sollte auf eine genügende Zufuhr von Calcium, den Vitaminen D, B6, B12 und C sowie von Eiweiss geachtet werden. Erhält der Körper zu wenig lebensnotwendige Nährstoffe, wird er leistungsschwächer und krankheitsanfälliger. Beachten Sie darum im Alltag die folgenden Tipps:

  • Zusammen mit anderen essen. Für alleinstehende ältere Menschen bieten Essen mit Freunden, Mittagstische von Wohnheimen oder Restaurants die Gelegenheit, in Gesellschaft zu essen.
  • Schmackhaft würzen, schön anrichten und mindestens 1, 5 Liter pro Tag trinken.
  • Sorge tragen zu den Zähnen. Der Zustand der Zähne bestimmt, wie gut das Essen gekaut werden kann.
  • Wohlfühlgewicht behalten.
  • Tägliche Bewegung draussen fördert den Appetit und die Vitamin-D-Aufnahme.

 

Weitere Inhalte

 

Literatur

Mutter und Kind
Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit, Ernährung des Säuglings
>Ernährungsinfos >Altersspezifische Ernährung >Schwangerschaft und Stillzeit >Mutter und Kind

Kinderernährung – gesund und praktisch
Von Marianne Botta Diener 256 Seiten, broschiert 3., vollständig überarbeitete Auflage, März 2008, Beobachter-Buchverlag,
ISBN: 978-3-85569-392-4

Merkblätter für 1- bis 18-jährige Kinder
>Ernährungsinfos >Altersspezifische Ernährung >Kinder

Ernährung in der zweiten Lebenshälfte
2008, 144 Seiten, Pro Senectute Schweiz

 

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