Fehlermeldung

In Ihrem Browser ist JavaScript deaktiviert. Um die Seite korrekt darstellen zu können, müssen Sie JavaScript und Cookies aktivieren. Passen Sie dazu die Einstellungen Ihres Browsers an.

Freude und Leid teilen erhält gesund

Freud und Leid mit guten Freunden teilen ist vermutlich der wichtigste psychologische Schutzfaktor und fördert unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und unsere Lebensqualität. Gemäss neuen Forschungsbefunden werden dabei sogar langfristig die negativen Folgen von Stress und Überlastung gedämpft.

Ein Freund in der Not
Die Herzoperation hatte Frau Müller sehr belastet. Als sich die Tür des Krankenzimmers öffnete und ihre beste Freundin hereinkam, schien ihr, als fiele die ganze Anspannung der vergangenen Tage mit einem Mal von ihr ab. 

Als der 25-jährige Andre erfuhr, dass er bei einer wichtigen Prüfung an der Universität durchgefallen war, brach für ihn eine Welt zusammen. Er wählte sofort die Handy-Nummer seiner Freundin und war erleichtert, als sie sogleich abnahm. 

Es tut uns offensichtlich gut, belastende Ereignisse mit anderen teilen zu dürfen. Aber nicht nur das: Soziale Unterstützung beeinflusst sogar den Heilungsverlauf nach einer Operation positiv. Beispielsweise leben zwei Jahre nach einer Knochenmarktransplantation nur noch 20 Prozent der Leukämiepatienten, die eine schlechte soziale Unterstützung erleben. Hingegen 54 Prozent von denen, die sich sozial sehr gut getragen fühlen. Etwa doppelt so viele sozial isolierte Herzinfarkt-Patienten erleiden innerhalb von sechs Monaten einen Rückfall im Vergleich zu denen mit gutem sozialem Umfeld. Und sogar auf unsere Lebensdauer haben gute Beziehungen einen positiven Einfluss. Verheiratete leben länger als Singles.

Geteilte Freude
Als Herr Peters die neue Stelle bekam, erfüllte sich für ihn ein lange gehegter Wunsch. Er rief sofort seine Frau an, um ihr die positive Nachricht mitzuteilen. 

Wenn uns etwas besonders Wertvolles widerfährt, dann wollen wir anderen davon berichten. Und indem wir darüber reden und andere sich mit uns freuen, verstärken sich unsere positiven Emotionen. Neue Studien aus der Stressforschung konnten nun den gesundheitsfördernden Effekt positiver Emotionen überzeugend darlegen. Sie federn die negativen Folgen von Stress und Überlastung ab. Deshalb ist es sogar aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll, wenn wir immer wieder positive Emotionen in unser Leben bringen.

Freundschaften als Stresspuffer
Der amerikanische Neurowissenschaftler Robert Sapolsky untersuchte regelmäßig mit Hilfe von Blutproben den Stressspiegel von in der Serengeti lebenden Affen. Und war vom Ergebnis selbst überrascht. Je mehr und dauerhaftere Freundschaften ein Affe hatte, umso tiefer war die Konzentration seiner Stresshormone. Je mehr er sich um andere kümmerte und andere sich um ihn, desto gesünder und entspannter war er. Freundschaften waren ein wirksamer Puffer gegen die Belastungen des Savannen- und Clanalltags. Die Ergebnisse sind deshalb für uns so interessant, weil sie zeigen, dass Freundschaften ein seit Jahrmillionen genetisch angelegtes wirksames Programm gegen die schädlichen Auswirkungen von Überlastung darstellen, das wir Menschen von unseren Vorfahren übernommen haben. Schon in der Vergangenheit haben die Menschen den gesundheitserhaltenden Wert von Freundschaften
intuitiv erkannt. So meinte beispielsweise Cicero: «Wer die Freundschaft aus seinem Leben streicht, nimmt die Sonne aus der Welt.» 

Sind gute Freunde Zufall?
Natürlich erwarten wir, dass sich alte Freunde endlich mal wieder bei uns melden. Statt abzuwarten ist es aber meist besser, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Wer auf andere offen zugeht, Zeit für sie mitbringt, und auch Missstimmung und Ärger offen aber respektvoll anspricht, statt herunterzuschlucken, macht zwei positive Erfahrungen: Er fühlt sich selbst gut, weil er die Kraft gefunden hat, innere Widerstände zu überwinden, die es braucht, wenn man Ärger ansprechen will. Aber was genauso wichtig ist: Er baut damit die Basis, die es für vertrauensvolle und offene Beziehungen braucht.

Das können Sie tun:

  • Überlegen Sie, zu welchen Menschen Sie Ihre Beziehung besonders pflegen wollen. 
  • Überlegen Sie, was Sie dafür tun könnten. 
  • Schreiben Sie Ihre Überlegungen auf. 
  • Planen Sie, wann Sie was tun. 
  • Planen Sie nur für zwei bis drei Monate.

TEST: Wie gut sind Ihre Beziehungen?


Haben Sie jemanden, der Ihnen zuhört, wenn Sie es brauchen? Jemand, dem Sie alles anvertrauen können? Der Test des Psychologieprofessors James Prochaska gibt Ihnen Aufschluss darüber, wie weit Sie auf andere bauen können. Am besten gehen Sie die Fragen getrennt sowohl für private Fragestellungen als auch berufliche Herausforderungen durch. 

Beantworten Sie bitte die folgenden Fragen mit:
1 = nie; 2 = selten; 3 =manchmal; 4 = oft; 5 = immer wieder.
  1 2 3 4 5
Ich habe jemand, der mir zuhört, wenn ich über mein Problem sprechen muss.          
Ich kann mindestens einer Person gegenüber offen sein, was mein Problem anbelangt.          
Ich habe jemand, auf den ich zählen kann, wenn ich ein Problem habe.          
Ich habe jemand, der mein Problem versteht.
         

Auswertung:
Wenn Sie für einen der beiden Bereiche, persönliche Belastungen und berufliche Herausforderungen, weniger als 12 Punkte erzielen, dann lassen Sie sich bitte von diesem Beitrag anregen. Je mehr Punkte Sie erzielen, je stärker profitieren Sie bereits jetzt von der mächtigen Wirkung sozialer Unterstützung.
 

Literatur

Eichhorn, C. (2006): Gut erholen – besser leben. Das Praxisbuch für Ihren Alltag. Klett-Cotta, 3. Aufl. 

Frey, L. (2007): Weil du mir so wichtig bist. 111 Geschenke der Freundschaft. Ehrenwirth-Verlag.

Hecht, M. (2008): Wahre Freunde. Von der hohen Kunst der Freundschaft. Goldmann Verlag.

 
 
 
CONCORDIA Liechtenstein - Landstrasse 170, 9494 Schaan - 00423-235 09 09 - liechtenstein@concordia.ch