Blutzucker
Die erworbene Zuckerkrankheit

Diabetes mellitus
Typ 2

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Diabetes mellitus - umgangsprachlich auch «Zuckerkrankheit» genannt - ist eine chronische Stoffwechselerkrankung mit erhöhtem Blutzuckerspiegel. Die Krankheit kommt in unterschiedlichen Formen vor, so als angeborenener (Typ 1) oder erworbener Diabetes (Typ 2). Auch während der Schwangerschaft oder nach der Einnahme von bestimmten Medikamenten kann der Blutzuckerspiegel vorübergehend erhöht und behandlungsbedürftig sein.

Beim Diabetes mellitus Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar weiterhin Insulin, jedoch nicht genügend oder der Körper kann es nicht mehr wirksam verwenden, um Blutzucker in Energie umzuwandeln. Dieser Diabetes trifft gehäuft in der zweiten Lebenshälfte auf, tendenziell auch zunehmend bei jüngeren Menschen mit starkem Übergewicht.

Neben nicht beeinflussbaren Faktoren wie Alter, Geschlecht und genetischer Veranlagung können anderweitige Risikofaktoren für die Entstehung eines erworbenen Diabetes durch eine gesunde Lebensführung minimiert werden:

  • Blutzuckermessung zur Vorsorge: Männer und Frauen ab 45 Jahren alle drei Jahre, bei Risikopatienten (z.B. Diabetes in der Familie, hoher Blutdruck, starkes Übergewicht) gemäss Ihrem Arzt.
  • Reduktion von Übergewicht kombiniert mit einer Ernährungsumstellung: eine Ernährungsberatung ist sinnvoll, um aufgrund der aktuellen Erkenntnisse konkrete Ernährungsempfehlungen für den Alltag zu erfahren. Bei einem erhöhten Diabetesrisiko folgt die Kost im Prinzip den Regeln einer gesunden Ernährung. Damit ist eine mediterrane Kost gemeint mit viel Gemüse, Obst, Fisch und Meeresfrüchten sowie einer moderaten Menge an Milchprodukten, Fleisch und Getreiden (Reis, Brot, Pasta). Olivenöl dient als Hauptfettquelle. Nüsse, Hülsenfrüchte und frische Kräuter ergänzen den Speiseplan.
  • Das ideale Training setzt sich aus einer Mischung von Kraft- und Ausdauersport zusammen und beinhaltet zudem Beweglichkeitsübungen. Insgesamt gilt: Lieber mehrmals pro Woche für kurze Zeit aktiv sein als nur einmal am Wochenende über einen längeren Zeitraum. Ideal ist auch, sich im Alltag so viel wie möglich zu bewegen - beispielsweise kürzere Strecken mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückzulegen.
  • Die Kombination dieser Massnahmen zeigt in der Praxis, dass Personen später oder gar nicht an Diabetes erkranken.
  • Vorbestehende Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte sollen unter ärztlicher Kontrolle im Normbereich gehalten werden.

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Ein erhöhter Blutzucker ist oft nicht spürbar. Er kann aber im Laufe der Zeit Nerven und kleine Blutgefässe an Augen und Nieren schädigen und die Funktion dieser Organe beeinträchtigen. Zudem treten bei Menschen mit erhöhtem Blutzucker Krankheiten wie eine Arteriosklerose, ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall häufiger und in jüngeren Jahren auf als bei Personen mit niedrigeren Blutzuckerwerten.

Für die Behandlung des Diabetes beachten Sie bitte diese Grundsätze:

  • Medikamente: Lassen sich die erhöhten Blutzuckerwerte durch eine Umstellung des Lebensstils und eine Gewichtsreduktion nicht normalisieren, werden Tabletten (Antidiabetika) eingesetzt. Wird auch damit keine gute Blutzuckereinstellung erreicht, wird eine Therapie mit Insulin notwendig. Dazu ist es wichtig, dass Sie die Medikation und Ernährungsempfehlungen in enger Absprache mit Ihren behandelnden Fachpersonen umsetzen.
  • Ernährung: Die mediterrane Ernährung ist geeignet, um einen stabilen Blutzuckerspiegel und einen positiven Einfluss auf die Gefässe zur Verhinderung von Schädigungen zu bewirken. Die Menge an Kohlenhydraten in einer Mahlzeit ist die wichtigste Bestimmungsgrösse für den Blutzuckeranstieg nach dem Essen.
  • Bewegung: Körperliche Aktivitäten haben einen schützenden Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem und sind sehr zu empfehlen. Ein erhöhter Energiebedarf wird mit Ernährungsanpassungen kompensiert. Körperliche Aktivität verbessert zudem die Insulinempfindlichkeit, baut Übergewicht ab und wirkt hohem Blutdruck entgegen.
  • Körpergewicht: Schon eine moderate Gewichtsreduktion von wenigen Kilogramm kann den Blutzuckerspiegel stabilisieren und allenfalls senken. Damit sind auch weniger Medikamente notwendig.
  • Hautkontrolle: Bei Personen mit Diabetes kann aufgrund der Schädigungen an Nerven und Blutgefässen die Wundheilung erschwert sein und länger dauern. Es kann vorkommen, dass Hautschädigungen an den Füssen und Unterschenkeln aufgrund der veränderten Empfindung später bemerkt werden. Bei Wundbehandlungen ist der Einbezug einer Wundfachperson zu empfehlen.
  • Dokumentation: Halten Sie Blutzuckerwerte, Medikation und besondere Erfahrungen fest. Sie erhalten dieses Tagebuch und den Diabetespass bei der Schweizerischen Diabetes-Gesellschaft oder Ihrer Diabetesberatung.
  • Vorbestehende Herz-Kreislauferkrankungen: Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte sollen unter ärztlicher Kontrolle im Normbereich gehalten werden

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Unabhängig von der gewählten Behandlung liegt der Schlüssel für die Beherrschung eines Diabetes darin, die Erkrankung gut zu verstehen und zu wissen, was man selbst zum Schutz seiner Gesundheit tun kann.

Das eigene Verhalten beeinflusst stark den Verlauf dieser chronischen Erkrankung. Ist Ihre Medikation zudem gut eingestellt, verringern sich in einem erheblichen Mass auch mögliche Spätfolgen an den Augen, Nieren und Gefässen.

Deshalb besteht die Nachsorge vor allem in den bereits genannten Vorsorge- und Präventionsmassnahmen, damit ein stabiler Krankheitsverlauf und ein geringes Risiko für Spätfolgen besteht. 

  • Wichtig ist die Unterstützung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes und weiterer Fachleute wie Diabetes-, Ernährungs- oder Wundfachberatung. Damit können Anpassungen der Medikation rechtzeitig gemacht und Folgeerkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.
  • Kontrollieren täglich die Hautverhältnisse an Füssen und Beinen, da im fortgeschrittenne Stadium das Wundinfektionsrisiko erhöht und die Wundheilung erschwert sein kann. Es ist sinnvoll, die medizinische Fusspflege durch eine podologische Fachperson durchführen zu lassen.
  • Halten Sie die ärztlichen Empfehlungen zu Medikation, Körpergewicht, Ernährung und körperlicher Aktivität selbstverantwortlich ein.

  • Tragen Sie Blutzuckerwerte und Medikation zusammen mit aussergewöhnlichen körperlichen Aktivitäten oder Vorkommnissen gewissenhaft in Ihr Diabetesjournal ein.
  • Informieren Sie nahestehende Personen über die Krankheit und die Notfallmassnahmen im Falle einer Unter- oder Überzuckerung. Tragen Sie ein Notfallset im Falle einer Unterzuckerung auf sich.
  • Mit einer chronischen Krankheit zu leben, erfordert ein sehr gutes Selbstmanagement, um im Alltag die verschiedenen Herausforderungen bewältigen zu können. concordiaCoach unterstützt Sie darin gerne mit einem persönliches Coaching.


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