Ein Mann steht vor dem Kühlregal im Supermarkt und liest die Inhaltsstoffe auf einer Flasche Orangensaft.

Lifestyle-Getränke: Zaubertrank oder Zuckerschock?

Glow, Detox, Energy: Viele Getränke versprechen heute kleine Wunder in der Flasche. Unsere Fantasie spielt dabei die Hauptrolle – nicht die Wissenschaft. Und wer genauer hinschaut, merkt schnell: Oft steckt mehr Zucker als Wirkung drin.

   Kurz und einfach

Viele Getränke haben fantasievolle Namen.
Sie halten ihre Versprechen aber oft nicht.
Die Getränke enthalten meistens viel Zucker oder Süssungsmittel.
Davon sollte man nur wenig trinken.
Lesen Sie die Liste der Zutaten durch.

Nach einem langen Tag greifen wir gerne zu einem Getränk, das uns viel verspricht: wach zu bleiben, das Immunsystem zu boosten oder schön von innen zu werden. Die Idee ist alt: Vom Jungbrunnen bis zum Zaubertrank suchten Menschen schon immer nach schnellen Effekten. Heute heissen sie «Vitamin Water» oder «Collagen Drink». Die Werbung erzählt Geschichten – unser Kopf füllt sie bereitwillig aus.

 

Zucker: Wenn Fantasie durstig macht

Ein wichtiger Teil dieser Illusion ist Zucker. Süsse Getränke geben kurzfristig Energie, schmecken gut und sorgen im Gehirn für Belohnungsgefühle. Das passt perfekt zur Werbebotschaft. Ein Beispiel: Orangensaft gilt als gesund, Cola als ungesund. Beide enthalten aber ähnlich viel Zucker pro Glas – nur hat Orangensaft das bessere Image. Unser Kopf denkt an Vitamine und Früchte, die Zuckermenge versteckt sich in kleinen Zahlen auf dem Etikett.

Noch deutlicher wird es bei Joghurtdrinks: Nature enthalten sie etwa 4 g Milchzucker, mit Früchten rund 14 g pro 100 ml – ein Teil davon ist Fruchtzucker und damit nachvollziehbar. Wird zusätzlich gesüsst, etwa mit Kristallzucker oder Konzentraten, wird’s unübersichtlich: Die Gesamtsumme steht zwar auf der Verpackung, aber wie viel davon Milch-, Frucht- oder zugesetzter Zucker ist, bleibt offen.

Ein hilfreicher Trick: Ein Blick auf die Zutaten und Nährwertliste hilft beim Einordnen. Stehen Zucker, Sirup oder Konzentrate weit vorne, ist der vermeintliche Wunderdrink wohl eher eine Zuckerbombe. Auch Begriffe wie «natürliche Süsse» oder «Fruchtzucker» sind Werbeschlagwörter. 

 

Ein Mann, seine Frau und ihre kleine Tochter machen einen gesunden Einkauf.

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Süssungsmittel: Süss, aber nicht harmlos

Getränke mit Süssungsmitteln wirken wie die perfekte Lösung: schmackhaft und doch zuckerfrei. Sie liefern zwar kaum Kalorien, sind aber kein Freipass. Sie gewöhnen unseren Gaumen an den sehr süssen Geschmack und können teilweise sogar unsere Verdauung und den Stoffwechsel beeinflussen. Ein Light-Getränk ist als gelegentliche Option okay, aber kein Ersatz für eine gesunde Ernährung. 

 

Wunschdenken statt Wunderwirkung

Nicht nur bei Zucker, auch bei Gesundheitsversprechen hilft uns unsere Fantasie auf die Sprünge. Apfelessig soll bei Verdauung und Gewichtskontrolle helfen – belegt ist das kaum. Die Idee ist verlockend: Wir wünschen uns einfache Lösungen, am liebsten in Form eines täglichen Rituals oder eines speziellen Drinks. Genau diese Fantasie bedienen auch Vitamin Water, Collagen Drinks und Co. – obwohl die Wirksamkeit kaum belegt ist oder andere Inhaltsstoffe den möglichen Nutzen relativieren.

 

eine Illustration mit einer Flasche Orangensaft, einer Scheibe Orange, einer Heidelbeere und Kräutern.
 

Fantasie ja – aber bitte ehrlich

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht komplett auf verspielte und fantasiereiche Produktenamen verzichten. Sehen Sie aber gerne kritisch hin und geniessen Sie bewusst und massvoll.

Mein Tipp: Wie wäre es mit einem «Zaubertrank» aus der eigenen Küche? Die Basis ist Wasser: Mit Beeren, Kräutern oder Zitronenscheiben wird daraus ein bunter Drink. Kinder trinken mehr, wenn das Getränk «Drachenwasser» oder «Elfennebel» heisst. Auch Erwachsene lassen sich gerne verzaubern – solange klar ist: Das ist ein Ritual, kein Wundermittel.

 

  Inspiration für Ihren persönlichen Zaubertrank

Nehmen Sie als Basis eine Karaffe Wasser mit oder ohne Kohlensäure. Fügen Sie je nach Geschmack Kräuter, Gemüse- oder Obstscheiben hinzu. Besonders fein schmecken diese zauberhaften Kombinationen:
  • Ein Bund Kräuter mit Minze, Zitronenmelisse und Rosmarin

  • Etwas Minze mit Gurkenscheiben

  • Zitronenmelisse und eine Handvoll gefrorene Himbeeren